VITA SABINE SCHINDLER

  • Sabine Schindler, Jahrgang 1954
  • verheiratet seit 1989
  • Geburt von drei Kindern
  • Begleitung einer Tochter und eines Sohnes in ihr jetzt erwachsenes Leben
  • Studium der Sonder- und Heilpädagogik in Frankfurt am Main; Schwerpunkt Pädagogik für Geistig behinderte Menschen
  • Auslandsstudium der Special Education in Los Angeles, CA
  • Diplom Pädagogin
  • Förderschullehrerin und Schulleitungsmitglied an einer Förderschule mit dem Schwerpunkt Geistige Entwicklung und einer Abteilung für körperliche und motorische Entwicklung
  • berufsbegleitende Qualifizierung für das Lehramt „Darstellendes Spiel“
  • zeitweilig Ausbildungsbeauftragte an einem Studienseminar 

Fortbildungen

  • Fortbildung in Gestalttherapie am GESTALT - INSTITUT  FRANKFURT  AM MAIN e.V mit Dr. Thomas Bungardt und Doris Eilert
  • Gestaltarbeit mit Gideon Schwarz, Jerusalem
  • Video-Feedback Service und Rememberings mit Wendy Oser und Tom Taussig, San Francisco
  • EST - Erhard Seminary Training, USA (heute Landmark)
  • Gestalttherapie und Theater mit Paul Rebillot, San Francisco
  • Tantra in der Baghwan / Osho-Tradition
  • Maskenbau in Frankfurt und in der Toscana mit Reinhard Winkler, Hagazussa
  • Horst Vogel-Seminare zur Persönlichkeitsentwicklung
  • Schwitzhüttenrituale mit Hina Fruh / Coco Vizcarra
  • Frauenjahresgruppe mit Mayonah Bliss und Tatjana Bach
  • Isis-Einweihung mit Oliver und Gela Haake
  • Training für Persönliche Entwicklung mit Astrid Brinck, Chile
  • Visionssuche mit Marascha Heisig, Detmold

Was ich mit Dir, Leserin, teilen möchte:

Berufliche Schwerpunkte

Lehrerin und Mitglied der Schulleitung an einer Förderschule für Geistige Entwicklung

Seit 1982 arbeite ich an einer Förderschule für Geistig Behinderte – heute Förderschule mit dem Schwerpunkt Geistige Entwicklung - in Offenbach bzw. seit 1991 in Wetzlar. Seit 1986 bin ich Mitglied im jeweiligen Schulleitungsteam als Stufenleiterin. Mein Studium und später mein berufliches Interesse begründet sich aus der Faszination am „Anderssein“ in einem Leben, das aus dem gewohnten Rahmen fällt,  mit all der Freude, die sich aus der Andersartigkeit entwickelt und mit dem tiefen Schmerz und der Verzweiflung aller Beteiligten, dieses Anderssein auszuhalten.

Meine Schüler  haben mich gelehrt, dass Lernen nur in einem authentischen Kontakt und einer  Wert schätzenden, liebevollen Begegnung stattfinden kann. Lehren bedeutet immer auch, sich gegenseitig Lehrer zu sein, sich gegenseitig  tief im Innern zu berühren und gemeinsam Neues zu entdecken. Die  vielfältigen Beziehungen zu Eltern und Verwandten behinderter Kinder und Jugendlicher haben mich gelehrt,  großen Respekt vor deren Lebensleistung und Expertise zu  haben und gleichzeitig einen geteilten Raum mit deren tiefen Schmerz zu entwickeln, in dem auch negative Projektionen gehalten und gewandelt werden können.

Der Austausch und die Zusammenarbeit im Team  mit meinen Kollegen machen mir deutlich, wie gegenseitige Inspiration  zu  Synergie führt.  

Meine Tätigkeit am Studienseminar und innerhalb der Schulleitung ermöglichte mir immer wieder den Genuss gegenseitiger Beratung und die Klärung eigener Positionen.

Die Zusammenarbeit mit unzähligen  Zivildienstleistenden und  jungen Hilfskräften im sozialen Jahr erfüllen mich stets mit großer Freude und intensiver Wertschätzung, an ihrer jugendlichen Energie und Freude Anteil nehmen zu dürfen und sie in die besondere Welt des „Anders-Sein-dürfen“ einzuführen.

Seit meinem Studium gilt meine besondere Aufmerksamkeit Menschen mit Auffälligkeiten im autistischen Spektrum. Seit mehreren  Jahren begleitete ich nichtsprechende Menschen mit Hilfe der „Facilitated Communication“  und darf die besondere Freude erleben, wenn sich die Seele dieser, in ihren Handlungen  so massiv beeinträchtigten Schüler,  ausdrückt und Kontakt und Beziehung entsteht.

Die vielen Kinder und Erwachsenen  mit Autismus und Aspergersyndrom, denen  ich begegnet bin und die ich darin unterstützen durfte, ihre Umgebung wahrzunehmen, Sinneseindrücke zu verarbeiten und das Leben zu interpretieren  halfen mir , die Einzigartigkeit eines jeden lernenden Individuums zu würdigen und die tiefe Freude zu verspüren, dazu beitragen zu können, dessen Potential zu entfalten. Daher wünsche ich mir eine Bildungspolitik und Schule, die den Kindern und Jugendlichen Stolz auf ihre Individualität  und ihr spezielles Auf-die Welt-Zugehen  vermittelt, eine Schule, die Fehler als wichtigen Bestandteil eines Erkenntnisprozesses begreift und die das Bewusstsein für die Verbundenheit der Lernenden und Lehrenden untereinander und mit allen anderen Lebewesen  stärkt.

Die Begegnung mit Paul Rebillot, der Gestalttherapie und Theater auf perfekte Weise kombinierte, inspirierte mich u. A. eine Zusatzqualifikation im Bereich Darstellendes Spiel / Theater zu erwerben und in meine Arbeit einzubringen. Dabei ist mir klar geworden, dass wir alle stets Theater spielen- das Leben vollzieht sich in Rollen, die wir verstärken, verändern und gestalten können – und wir selbst sind sowohl die Regisseure darin als auch die Protagonisten.

persönliche Schwerpunkte

Mein Studium in den Vereinigten Staaten hat mich sehr geprägt: es hat mir eindringlich verdeutlicht, wie sehr ich von meinem eigenen Kulturkreis geprägt wurde und wie wichtig es für die Entwicklung eines Weltfriedens ist, „über den Tellerrand zu schauen“ und andere Länder, ihre Menschen und Sitten kennen zu lernen. Durch mehrere Reisen nach Mittel- und Südamerika und auch Asien erweiterte ich meine Perspektiven und lernte Unterschiedlichkeiten schätzen. Und so ist auch unser Haus stets ein offenes Haus (gewesen): mit einem Au Pair Mädchen aus Litauen, mit Austauschschülern und vielen Gästen aus aller Welt;  auch meine beiden eigenen „großen“ Kinder sind inzwischen schon echte Globetrotter geworden.

Meine Reisen und das Kennenlerne diverser therapeutischer und die  Persönlichkeit erweiternden Ansätze und Heilverfahren haben mein Leben sehr geprägt.  Die letzte und wichtigste Erfahrung war der Kontakt und mein Aufenthalt bei  Schamanen in Shipibo-Dörfern  im Amazonasgebiet von Peru, die die Erkenntnis meiner Verbundenheit mit allem Leben  und insbesondere der Verbundenheit aller Frauen nachhaltig bestärkt haben.

Frauen sind die Empfangenden und die Gebenden, denn sie tragen neues Leben aus und formen und erziehen ihre Kinder, oft genug sogar alleine, ohne den Schutz und die Begleitung eines verantwortlichen Partners. Obwohl jede scheinbar nur einzeln  im beruflichen oder privaten Rahmen zu wirken scheint, sich nur allzu oft dabei abstrampelt und abmüht bin ich überzeugt davon, dass alle Frauen auch an einem gemeinsamen Muster weben, das uns Menschen trägt und unser aller Leben gestaltet. Umso wichtiger erscheint es mir, dass diese Webarbeit bewusst und liebevoll  und in gemeinsamer Verantwortung geschieht, und die erste und wichtigste Voraussetzung hierfür ist die Anwesenheit von Liebe, Achtsamkeit und Wertschätzung sich selbst gegenüber.

Meine Aufgabe und mein größtes Interesse  besteht darin, KollegInnen darin zu unterstützen, sich selbst zu achten, um dadurch in ihre ureigene Kraft zu kommen und ihr volles kreatives Potential wirksam und achtsam entfalten zu können.

Ich freue mich darauf, Seminare für Lehrerkolleginnen gemeinsam mit meiner jüngeren Schwester zu gestalten. Wir verbrachten eine gemeinsame  und doch so verschieden erlebte Kindheit, wir haben erlebt, wie tragend schwesterliche Verbindung sein kann und wie schmerzhaft, wenn der Kontakt verloren zu gehen scheint.  Wir freuen uns beide darauf, gemeinsam zu weben und dadurch andere Menschen darin zu bestärken, sich kraftvoll und initiativ zu erleben und sich beruflichen Herausforderungen furchtlos und gestaltend zu stellen.